Front:
Der Normalverbraucher
und Reichswohnungskommissar
Reidisleiter Dr. Robert Ley
im „Angriff“ vom 12. Oktober 1943:
Wir Nationalsozialisten kennen
keinen , Diplomatenhaushalt . Jeder,
ob Reichsminister oder Reichsleiter,
muß genau so von seinen Karten leben
wie der einfache Arbeiter, Handwerker
und Beamte. Aber selbst die Normal-
karte reichte, für alle, denn ich pro-
biere sie täglich aus, da a uch ich
zu den Normalverbrauchern
gehöre.“
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(Siehe umseitig)
Back:
Die Verordnung, die Diplomaten, Behördenleiter und
politische Führer der NSDAP. von der allgemeinen
Rationierung befreit, und die es, nach Herrn Ley, nicht
gibt, kann jeder finden, der Lust hat nachzulesen in den
Ausführungsbestimmungen des Reichsernährungs-
ministers zu der Verordnung über diplomatische Ver-
pflegung v. 26.1.43, R.E.M. I, 237/43, gez. Staatssekretär
Backe. Da heißt es u.a.:
Feldpoſt
pie Chers mihrerräng
39 auige
An
„Die Chefs der Auslandsvertretungen, die Behördenleiter
und die pol. Führerränge der NSDAP., soweit sie unter
die im Führererlaß v. 2.10.39 aufgeführten Kategorien
fallen, erhalten:
1) Für ihre eigenen Personen und ihre Familien:
Alle bewirtschafteten Lebensmittel in voller Höhe des
gestellten Antrags. Ausgenommen sind Tee und Kaffee,
für die die Höchstmengen von 125gr Tee und 250gr
Kaffee (bei Verheirateten 500gr Kaffee) bestehen bleiben.
2) Für ihre in- und ausländischen Mitarbeiterstäbe
folgende wöchentliche Rationen gegen Vorzeigen des
Berechtigungsscheins:
Fleisch 2kg, Fleischwaren 500gr, Fett 500gr, Butter1kg,
Käse 500gr, Speiseöl 250 gr, Reis 500gr, Nährmittelikg,
Mehl 1kg, Zucker 1kg, Tee 125gr, Kaffee 250gr (f.
Verheir, 500gr) Vollmilch 1 Liter (täglich), Marmelade
150 gr, Kakao 250gr, Eier 4.
3) Für besondere unumgängliche Veranstaltungen der
Behördenleiter können von Fall zu Fall zusätzliche
Lebensmittelmengen bewilligt werden. Die Entschei-
dung trifft allein das R.E.M."
Feldpoſtnummer
So frißt Ley, und so fressen zehntausende andere Amts-
and Hoheitsträger der Partei mit ihren Stäben. Die
einen machen's mit dem Berechtigungsschein, die anderen
machen's mit Reisemarken. Nur der normale Volks-
genosse hungert und steht Schlange.
Guten Appetit Herr Ley -
der letzte Gang ist der schwerste!
Sch K 11. 43
Fp. C 154 Din A1